Zacherl & Ludwig ohne Filter: Fleisch, Gastro und unbequeme Wahrheiten | Mit Ralf Zacherl | Der letzte Biss | Episode II
Shownotes
Ralf Zacherl und Dirk Ludwig sprechen offen über Gastronomie, Fleisch, gutes Essen und die Veränderungen in der Branche. In Teil 2 geht es um persönliche Erfahrungen, prägende Momente, Qualität, Handwerk und die Frage, was gutes Essen heute ausmacht.
Ein direktes Gespräch zwischen Koch und Fleischermeister. Ohne festes Drehbuch, dafür mit klaren Meinungen und Geschichten aus vielen Jahren Berufserfahrung.
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00:00:00: Irgendwie, ich habe meinen Vater zu Hause erreicht und hab gesagt hier du musst nach Seil aufkommen.
00:00:04: Das ist jetzt von uns auch nicht so weit weg.
00:00:07: Ich glaube da fährt man eher eine knappe Stunde, vielleicht fünfzehn Minuten.
00:00:11: Du musst hier nach Seile aufkommen!
00:00:13: Du musst alles in die Kühlbox packen was hier nicht nied-und nagelfest ist.
00:00:18: Ich habe hier ein paar bescheuerte Köche.
00:00:21: Ja klar.
00:00:21: Die wollen
00:00:22: heute Abend noch Wurst essen.
00:00:28: Weißt du an was ich mich an dem Abend noch erinnere?
00:00:31: Also ihr müsst euch vorstellen, das waren glaube ich neun Köche und ein Metzger.
00:00:36: Und Johan Amador kennt drei Sternekoch jetzt in Wien.
00:00:41: Grüße gehen raus.
00:00:44: Jetzt stand nur noch die neuen Köche vor der Hotelbar und der Sommelier des Hotels oder des Restaurants Der ist glaube ich amok gelaufen an dem Abend.
00:00:59: Der hat seinen ganzen Weinkeller leer gemacht, alles was nicht nied- und nagelfest war.
00:01:04: Jetzt war ich der Einzige von den zehn, also neun Köche plus ich... ...der von Wein überhaupt keine Ahnung hatte!
00:01:10: Und ich weiß nur, ihr habt mir immer das Glas so hingereicht?
00:01:14: Somit je er hat eingeschenkt, ihr hattet mir das Glas angereicht.
00:01:17: Möchtest du auch mal probieren?
00:01:18: Nicht mehr so...
00:01:19: Ja ja ja ja!
00:01:22: Es waren drei Uhr nachts, wir standen immer noch an der Hotelbar.
00:01:26: Und da kam dann endlich deine Würste ins Spiel weil wir waren zu... dankbar, dass er sich gekümmert hat.
00:01:34: Und dann sagte einer so, musste der eigentlich?
00:01:37: Dass einer von uns hier ein Guinness Buch der Rekorde Eintrag hat im kramgenauen Wurst abschneiden.
00:01:44: und Und das Lustige ist, ich meine die Challenge war natürlich dann klar.
00:01:55: Wir haben diese Kühlkiste mit den Wurstwaren genommen und dann haben wir im Endeffekt immer irgendwelche Stücke rausgelegt und gesagt sollen wir brauchen jetzt siebenunddreißig Gramm.
00:02:09: Der Meister hat ohne Scheiß bis auf Plus minus ein Gramm.
00:02:14: Egal was für eine Zahl, egal wie groß der Block oder wie klein die Hurst war, der hat das Ding immer wirklich bis aufs Gramm genau abgeschnitten.
00:02:24: und das Lustige ist ja ich meine als Koch den denkst du ja auch so gut portionieren irgendwie einen vierzig Gramm Stück oder sowas das kriegst du auch einigermaßen hin da hast du nicht sage mal so in der Küche haben wir immer plus-minus fünf Gramm Das kriegen wir schon einigermassen hin.
00:02:39: aber hier der Chef Wir machte es bis wirklich nicht plus minus ein Gramm genau.
00:02:45: Also wenn du zweiundvierzig Gramm hattest, hat er entweder zweieinvierzig, einenviertzig oder dreienvierzigt Gramm und dann gab's nie nur vierundvierzehn oder einevierzzig.
00:02:54: Das war... Das war schon ohne Scheiß, da hatte der so einen Standing bei uns.
00:03:00: Weil ja klar ich mein vorallem wir hatten alle auch schon ein paar Flaschen Wein gekauft...
00:03:04: Mit jeder Flasche Wein wird's besser!
00:03:06: Und trotz seines Zustandes hatte das Ding wirklich so wie eine Maschine.
00:03:12: Das war ohne Schmaling, das werde ich nie vergessen über dem Leben weil das war echt klasse und das Lustige war.
00:03:19: am nächsten Tag fielen dann die Workshops früh um neun an Der Glaube hier erst um elf Uhr reingelaufen ist, war... Liebe Grüße nach Wien.
00:03:33: Hallo, Hoan!
00:03:34: Nein,
00:03:35: nein, nein!
00:03:36: Vergesst mir auch.
00:03:37: Das, den man kam zwei Stunden später.
00:03:39: Da muss ich dich korrigieren.
00:03:42: Deswegen werde ich diesen Abend auch nie vergessen, Lehre fürs Leben.
00:03:47: Drei Uhr nachts wir noch alle hier schön an der Bar hoch die Tassen und dann war ... Ich glaube es hieß um zehn Uhr kochen wir morgens diese Gerichte nach in der Küche von Johann Amador.
00:04:01: Da hat mir okay drei Uhr, du musst jetzt ins Bett!
00:04:05: Ich bin tatsächlich um drei Uhr Pflicht bewusst ins Bett gegangen um am anderen Morgen um zehn Uhr pünktlich ausgeschlafen da zu sein um die Rezepte nachzukochen.
00:04:17: Der einzige Plöde der um zehn uhr in der küche stand war der Metzger.
00:04:25: Die Kollegen Köche wussten schon dass der Termin eh nicht gehalten wird Aber die waren wenigstens so clever und haben auch die restlichen Stunden des frühen Morgens auch noch genossen mit Wein.
00:04:36: Diese Stunden, die mir jetzt fehlen, den traue ich heute fast fünf oder zwanzig Jahre später immer noch nach.
00:04:43: Also ich werde nie mehr der erste sein, der Pflichtbewusst an der Bar weg geht.
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